Trachtenverein "Edelweiß" Gaimersheim e. V.
 

Das Rosenkranzfest in Gaimersheim

Der Legende, über die Entstehung des Rosenkranzes nach heißt es, dass der heilige Dominikus Anfang des 13. Jahrhunderts den Rosenkranz bei einer Marienerscheinung empfangen hat. Es wurde ihm empfohlen, das Rosenkranzgebet als Hilfsmittel gegen die Häretiker (früher Albigenser) einzusetzen. Ca. 200 Jahre später begründete der Dominikaner Alanus de Rupe darauf seine Kampagne zur Ausbreitung des Rosenkranzgebetes. Er war es auch, der 1470 die erste Rosenkranzbruderschaft gründete. 

Der Ursprung des Rosenkranzfestes liegt in der siegreichen Seeschlacht von Lepanto am 07. Oktober 1571. Die vereinigte spanische und venezianische Flotte besiegte damals unter dem Oberkommando des in Regensburg geborenen Don Juan d´Austria die türkische Flotte, die zahlenmäßig der christlichen haushoch überlegen war. Papst Pius V. schrieb diesen unerwarteten Sieg über den Islam dem Rosenkranzgebet zu. Seit dieser Zeit feiern die Katholiken in aller Welt das Rosenkranzfest. Künstlerisch ist das Ergebnis auf der Ingolstädter Lepanto-Monstranz - aufbewahrt in der Kirche Maria de Victoria in Ingolstadt - dargestellt. 

In der Folgezeit entstanden zahlreiche Rosenkranzbruderschaften, vor allem in Notzeiten. So wurde auch in Gaimersheim während des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1644 eine solche Bruderschaft gegründet. Wie unser verstorbenes Mitglied und ehemaliger Ortschronist Andreas Staudacher in seinen Nachforschungen herausfand, gibt es aus dem 1692 darüber eine Urkunde in lateinischer Sprache. Eine Abschrift dieser Urkunde erstellte am 08. Oktober 1931 Pfarrer Franz-Xaver Bittner, ebenfalls in Latein. Aus der deutschen Übersetzung geht hervor, dass der geistliche Mentor dieser Erzbruderschaft, ein gewisser Dr. theol. Johannes Philippus Fridt aus Köln war. Dieser war Provianzialoberer der oberdeutschen Provinz der Dominikaner, die sich ja besonders für die Pflege des Rosenkranzgebets einsetzten. 

Aus dem Text geht weiter hervor, dass für das Rosenkranzfest verschiedene Anlässe gewahrt werden. Daran sind aber einige Bedingungen geknüpft, die der Markt Gaimersheim und die Pfarrgemeinde zu erfüllen haben. So heißt es in der Urkunde:

"Zu den Bedingungen zählt auch, dass dieser Bruderschaft ein besonderer Altar zugewiesen wird, wo das Bild unseres Heiligen Vaters Dominikus, der den Rosenkranz aus den Händen der Gottesmutter empfängt, verehrt wird. Mit ihm verbunden ist auf der anderen Seite ein Bildnis der heiligen Katharina von Siena, einer Jungfrau unseres Ordens." Diese Bedingungen haben die Gaimersheimer erfüllt. Auf dem linken Seitenaltar ist die Muttergottes dargestellte, wie sie dem heiligen Dominikus den Rosenkranz darreicht (siehe Bild).


Außerdem existiert eine Bruderschaftsstange mit "Maria mit dem Kinde im Rosenkranz". Diese ist im Besitz der Erzbruderschaft zum hl. Rosenkranz.


Dieses traditionsreiche Rosenkranzfest wurde auf Grund der vorgenannten Legende wieder am zweiten Sonntag im Oktober in der Pfarr- und Marktgemeinde Gaimersheim gefeiert. Für das Tragen des Baldachins waren nicht jedes Jahr die gleichen Personen verantwortlich. Diese Aufgabe wurde nach altem Brauch von einem Gaimersheimer Verein an einen anderen weitergegeben.

2008 war der Trachtenverein "Edelweiß" Gaimersheim an der Reihe. Nach dem feierlichen Rosenkranz, zu dem hunderte Gläubige mit ihren Seelsorgern aus dem ehemaligen Dekanat Gaimersheim pilgerten, wurde eine Andacht zu Ehren der heiligen Mutter Gottes Maria durch Hrn. Pfarrer Max-Josef Schweiger gehalten. 2008 wurde als Festprediger der Priester mit der kürzesten Amtszeit im Dekanat geladen. Dies war Herr Pfarrer Krystian Kanietz aus der Pfarrei Wettstetten. Im Anschluss an die Andacht, war zu Ehren des Rosenkranzes eine feierliche Prozession durch den Ort, die durch die Rosenkranzfahne angeführt wurde.  

An dieser langjährigen Tradition, der Andacht und der anschließenden Prozession, beteiligt sich der Trachtenverein jährlich mindestens mit einer Fahnenabordnung.