Trachtenverein "Edelweiß" Gaimersheim e. V.
 

Allerseelen

Kurz vor der Jahrtausendwende rief Abt Odilo von Cluny (994 – 1048) in seinen Gemeinschaften zum festlichen Gedächtnis aller verstorbenen Gläubigen am 2. November auf. 1006 ordnete Papst Johannes XVIII. (+ 1009) die allgemeine Feier dieses Festes an. Es folgt im Kalender dem Hochfest Allerheiligen, dessen Termin Papst Grego IV. (+ 884) im Jahr 835 afu den 1. November festgelegt hatte. Obwohl Allerheiligen kein Trauertag ist, sondern das neue Leben, in das die Heiligen und Seligen eingegangen sind, feiert, zog der arbeitsfreie Tag Bräuche von Allerseelen auf sich und gilt in katholischen Gegenden heute vielen als Tag des Totengedenken.

(Quelle: Die schönsten Bräuche – Rituale & Traditionen von Helga Maria Wolf)


Allerseelenspitz

In einigen Gaimersheimer Bäckereien gibt es in den Wochen vor und nach Allerseelen die Allerseelenspitze. Das ist ein Gebäck aus Semmelteig das mit Kümmel gewürzt ist. Die Spitze werden aus 2 Stränge zu einem Viererzopf geflochten. Die Form ist auf einer Seite breit und wird zum anderen Ende hin schmäler. Manche Bäckereien streuen auf die Allerseelenspitze grobkörniges Salz.

 

 

 


Warum gibt es die Martinsgans?

Gern wird in Legenden erzählt, dass die Martinsgans ihren Ursprung in Martins Leben habe:

Hier dazu vier kurze Geschichten, Sagen bzw. Legenden:

1.

Entgegen seinem eigenen Willen und trotz Vorbehalts des Klerus drängte das Volk von Tours darauf, Martin zum Bischof zu weihen. Bescheiden, wie er sein Leben führte, hielt er sich unwürdig für solch ein hohes Amt und habe sich deshalb in einem Gänsestall versteckt. Die Gänse jedoch hätten so aufgeregt geschnattert, dass Martin gefunden wurde und geweiht werden konnte. (Quelle: www.wikipedia.de)


2.

Eine schnatternde Gänseschar soll in den Kirchraum gewatschelt sein und dabei Bischof Martin bei seiner Predigt unterbrochen habe. Die Gänse sollen eingefangen und zu einer Mahlzeit verarbeitet worden sein. (Quelle: www.wikipedia.de)

3.

Am 11.11. endete im Mittelalter das bäuerliche Arbeitsjahr. So wurden die Ernteerträge verkauft und mit den Erlösen der jährliche Pachtzins gezahlt. Es wurde Saatgut für das nächste Jahr und neues Vieh auf den Märkten erstanden. Auf den Schlachtfesten gab es ein fröhliches Feiern, das wir heute noch in der traditionellen Martinsgans wiederfinden.


4.

Nach dem Martinsgänseschmaus kam das Martinsfasten und so hatte der Martinstag in der frühen Kirche einen Schwellentag-Charakter - ähnlich dem Aschermittwoch. Damit begann doch die Martinsfastenzeit, eher bekannt unter dem Begriff der Advents-Fastenzeit, eine 40tägige vorweihnachtliche Fastenzeit oder eine achtwöchige Vorbereitung auf das Epiphaniasfest begann.

Die sogenannte Advents-Fastenzeit wurde seit dem 6. Jahrh. in der griechischen Kirche begangen. Die lateinische Kirche begann diese Fastenzeit anfangs mit dem Sonntag nach Martini (11. Nov.) und daher dürfte auch der Name Martinifasten stammen.

Später wurde die Fastenzeit immer wieder verkürzt, bis zum Schluss von der oben bereits erwähnten 40 tägigen vorweihnachtlichen Fastenzeit noch 4 Wochen übrig blieben. (Quelle: www.katholisch.de)