Trachtenverein "Edelweiß" Gaimersheim e. V.
 

Zum Muatterdog

A Bleamal hob i brockt heid

mei Muatter grod für di

und weil ich gar ned reich bin,

drum schenk i dir hoid mi.

I mecht da gern a Sterndl

vom Himme oba doa,

doch kann es net daglanga

i bin ja sauba z´kloa.

 

Wos i dir oißo sog´n mecht

liabs Muatterl an dein Dog,

des ko i gar ned nenna

weil i di so stark mog.


Maibaumaufstellen - Tradition im Trachtenverein

(Maibaum 2017)



Aus Aufzeichnungen über den Trachtenverein geht hervor, dass in der Ausschusssitzung vom 03.04.1947 das Thema Maibaum auf der Tagesordnung stand. Als Organisatoren für den Maibaum, wurden 1. Vorstand Paternus Graf, Fritz Janella und Hans Schuster bestimmt. Für die dekorative Ausstattung stellte sich Franz Fürbacher zur Verfügung. Da die Organisation für die drei Vereinsmitglieder zu zeitaufwendig war, wurde beschlossen, die Maibaumbesorgung dem Schriftführer Sepp Graf zu übertragen. Nach den Vorbereitungen wurde am 30.04.1947 durch den Trachtenverein Gaimersheim der Maibaum aufgestellt. Hierzu kann man einen Nachweis über das Aufstellen des Maibaumes in dem nachfolgenden Zitat, eines Berichtes im DonauKurier (Ausgabe Nr. 37 vom 09.05.1947) finden: "......dass am Vorabend des 1. Mai der Trachtenverein "Edelweiß" einen 26 Meter hohen mit Kränzen, Girlanden und Zunftzeichen geschmückten Maibaum errichtete und dass die während des Maitanzes aufgeführten historischen Tänze viel Beifall fanden".

1948 wurde der "alte" Maibaum umgelegt, um diesen mit neuen Figuren, die von Franz Fürbacher geschaffen wurden, wieder aufgestellt werden soll. Nachdem der Baum am Boden lag, sah man, dass dieser brüchig war. Der Maibaum wurde beim "Bartl- oder Köblwagner" zu Bretter geschnitten. Weiter heißt es in den Aufzeichnungen, dass man mit dem Erlös aus dem Verkauf der Bretter einen neuen gesunden Maibaum angeschafft hatte. In diesem Jahr wurde erstmals für den Tanz in den Mai Eintritt in Höhe von 1 RM (Reichsmark) erhoben.

1949 wurde abermals ein Maibaum aufgestellt. Aus den Schriftstücken kann man erstmals entnehmen, dass dieser gegenüber dem "Steinbräu" errichtet wurde. Der Baum wurde von Kaspar Brandl (Kobold) gestiftet und hatte eine Länge von 28 Metern. Weiter heißt es, dass um die Herbeischaffung des Maibaumes unsere altbewährten "Maibaummannder" Karl Fürbacher, Rudolf Neumeier aber auch Franz Fürbacher, Lorenz Schaubeck, Walter Ludwig, Fritz Janella, Hans Schmittlein, Anton Meier und der schneidige Roßlenker Hans Ledl bemüht waren. Nachdem ihnen aber der beschaffene Baum wegen seiner Schwere nicht zusagte, wurde dieser verkauft und der Erlös dem Spender ausgezahlt. Dieser spendete aber den Betrag wieder dem Verein und gab ihm noch zusätzlich die Genehmigung, einen Baum aus seinem Wald auszusuchen. Dieser zweite Baum wurde vor dem Markt geschmückt. Mit Musik und in Begleitung von vielen Kindern wurde dieser nach altem Brauch durch den Markt zum Aufstellplatz gefahren. Die Aufstellung erfolgte ohne Zwischenfälle unter dem Kommando von Martin Heß. Die neuen Figuren wurden von Vereinsmitglied Xaver Hüttinger bemalt. Die Buam und Deandln banden den Kranz und die Girlanden. Danach wurde wieder ein Tanz in den Mai abgehalten.

1950 ist nicht bekannt, ob durch den Trachtenverein ein Maibaum aufgestellt wurde.

1951 war Sebastian Schiebel Bürgermeister in Gaimersheim. Für dieses Jahr organisierte er einen Baum. Weitere Arbeiten und der entsprechende Transport wurde wieder vom Trachtenverein übernommen.

Aus den vorhandenen Aufzeichnungen kann nicht entnommen werden, ob in den Folgejahren jährlich durch den Trachtenverein ein Maibaum aufgestellt wurde. Es besteht die Möglichkeit, dass 1952, 1953 und 1955 kein Baum errichtet wurde. Im Jahr 1954 wurde diese Tradition wieder weitergeführt.

Im Jahr 1960 nahm die Vereinstradition ein jähes Ende. In einer Sitzung wurde im April der Antrag gestellt, den alten Maibaum umzulegen und für dieses Jahr keinen Neuen aufzustellen. In der Antragsbegründung hieß es: "Das Risiko, den alten Maibaum stehen zu lassen ist zu groß, da keinerlei Haftpflicht für den Fall besteht, dass dieser bereits angefault ist und eventuell von einem Sturm oder Unwetter abbrechen könnte. Andererseits könne dem Verein nicht zugemutet werden, jedesmal die Kosten für den Baum sowie für die Erneuerung bzw. Reparatur und Anstrich der Zeichen zu tragen." Dieser Antrag wurde in der kurz darauffolgenden Frühjahrsversammlung angenommen.

Mit diesem Beschluss endet eine kurze aber feine Tradition des Trachtenvereins.